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Neubau Sporthalle

Hier finden Sie den Bericht zum Bürgergespräch am 14.05.2018 sowie Bilder dieser Veranstaltung. Außerdem finden Sie hier weitere Informationen zur aktuellen Situation sowie zu den verschiedenen Planungen.

Bericht zum Bürgergespräch „Neue Sporthalle“ am 14.05.2018, 19:00 Uhr in der Schlierbachhalle

 

Die Gemeinde Neuler hat am Montag, 14.05.2018 zum Bürgergespräch „Neue Sporthalle“ in die Schlierbachhalle eingeladen. Ca. 150 interessierte Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit sich aus erster Hand über die Planungen der neuen Sporthalle zu informieren.

Bürgermeisterin Heidrich beschrieb zunächst den Mangel an Sportflächen in der Gemeinde Neuler und die aktuellen Auswirkungen. So gäbe es für Sportgruppen einen Aufnahmestopp. Bei der Abhaltung von kulturellen Veranstaltungen müsse der Sport ausfallen und Fußballmannschaften müssten zum Trainieren lange Wege nach auswärts in Kauf nehmen.

Auf der anderen Seite treibe die Bevölkerung die Frage der Finanzierbarkeit einer großen Investition wie einer 2-Feld-Halle um. Der Maischerz „Sporthallen-Bombe“ verdeutlicht dies.

Die neue Sporthalle befindet sich seit September 2014 in einem intensiven Planungsprozess. Ausgangspunkt für die Überlegung war der chronische Mangel an Sportflächen in der Gemeinde Neuler. In einer intensiven Vereinsbeteiligung, unter Teilnahme aller sport- und kulturtreibender Vereine, machte sich der Gemeinderat und die Verwaltung ein Bild von den Bedürfnissen der Vereine. Dabei war es ein Anliegen, möglichst viele der gestellten Anforderungen in einer Sportstätte verwirklichen zu können und damit bessere Trainingsbedingungen zu schaffen.

Ein Gutachten zur Analyse von Sportflächen der Gemeinde Neuler vom Institut von Kooperative Planung und Sportentwicklung Stuttgart unterstützte dieses Bemühen. In diesem Gutachten wurde ausgesagt, dass eine Erweiterung der Kapazität empfohlen ist und die Sporthallenkapazitäten rechnerisch nicht ausreichend sind. Es wurde empfohlen, die qualitative Ausgestaltung der Sporthalle mit einem innovativen und multifunktionalen Konzept auszuführen, dass neben dem klassischen Sporttreiben auch eine grundlegende und vielseitige Bewegungsförderung unterschiedlicher Institutionen ermöglicht.

Eine Standortuntersuchung der Planungs- und Bauleitungsgesellschaft Knecht, Ludwigsburg im September 2015 ergab, dass unter unterschiedlichen Standorten (Bolzplatz Schule, Tennisplätze, Sportplatz gegenüber TV Halle, Gemeindesportplatz, Festplatz), der für die Planung anvisierte Festplatz die günstigste Alternative darstelle, um eine Sporthalle zu erstellen.

Der Gemeinderat entschied sich, unter Wahrung aller Interessen und aller Sportarten, als gemeinsamen Nenner für den Bau einer 2-Feld-Halle am Standort Festplatz.

Die Bürgermeisterin schilderte, dass mittlerweile weitere Überlegungen hinsichtlich der Brühlschule angestellt wurden. Die Brühlschule wurde in verschiedenen Bauabschnitten in den Jahren 1969, 1978, 1989 und 2001 verwirklicht. Der erste Bauabschnitt der Brühlschule feiert 2019 seinen 50. Geburtstag und ist im betriebswirtschaftlichen Sinne abgeschrieben. Durch die Neuausrichtung der Schullandschaft und die Schaffung der Gemeinschaftsschulen hat Neuler den Hauptschulstandort verloren. Es ist davon auszugehen, dass auch die Hauptschule nicht wieder nach Neuler zurückkehrt. Deswegen wurden übergangsweise die leer stehenden Schulräume des ersten Bauabschnittes örtlichen Vereinen überlassen. Parallel laufen derzeit Planungen die Brühlschule von dem ersten Bauabschnitt abzutrennen, um eine sinnvolle Schuleinheit zu erhalten. Dabei ist angedacht, die im Bauabschnitt 1 befindlichen schulisch genutzten Räume (Konrektorat, Computer- und Serverraum, sowie Toiletten) in den Kernbereich der Schule zu verlagern und den Bauabschnitt 1 vollkommen abzutrennen. Ein vom  Bund aufgelegtes Förderprogramm Schulhaussanierung stellt bis zum Jahr 2020 Mittel für Schulhaussanierungen zur Verfügung.

Die alternative Planungsvariante sieht nun eine Drehung der 2-Feld-Halle vor und ein Zusammenschluss parallel an die Schlierbachhalle. Notwendig ist hierfür jedoch der Rückbau des ersten Bauabschnittes der Brühlschule. Die Kosten für den Rückbau und das Verschließen des Schulgebäudes werden grob auf ca. 150.000 € geschätzt.

Herr Architekt Tröster schildert nochmals den drei Jahre langen Planungsprozess und die intensiven Bemühungen und das Engagement des Gemeinderates, wie auch der Bürgerschaft, um eine möglichst optimale Planung für neue Sporthallenkapazitäten.

Die Planung der Sporthalle auf der Festwiese stellte sich unter Betrachtung verschiedener Standorte als zunächst beste Lösung dar. Die weitere Planungsvariante kam erst mit den Gedanken zur Zukunft der Brühlschule ins Spiel.


Plan Bisherige Planung

Plan Alternative Planung
 

Herr Architekt Tröster machte deutlich, dass die bisherige Planung, wie auch die alternative Planung, unter Zugrundelegung eines kleinen Budgets erstellt wurde.

So wurde lediglich eine Bodenplatte eingebracht, welche mit Stahlträgerkonstruktion versehen wird. Diese für den Industriebau verwendete Stahlträger würden dann optisch mit Schaumstoff aufgewertet. Daneben sieht man bei der 2-Feld-Sporthalle nur ein eingeschränktes Nebenraumprogramm vor und unterstellt die gemeinsame Nutzung der Nebenräume der Schlierbachhalle. Deswegen wurde bei der bisherigen Planung auch ein Verbindungsgang zur Schlierbachhalle vorgesehen. Die Sporthalle auf der Festwiese beinhaltet die Planung einer Galerie im Obergeschoss, welche Zuschauern eine angenehme Aufenthaltsatmosphäre biete  und auch in der Vereinsbeteiligung teilweise gewünscht war. Hinsichtlich der Kosten besteht eine Kostenschätzung aus dem Jahr 2017, welche von Baukosten von 3,257 Mio. € ausgeht.

Herr Tröster stellte heraus, dass die gesetzlichen Vorgaben für kommunale Sportstätten immens sind und die Kosten dieser Bauwerke in die Höhe treibe. So müsse der Brandschutz, die Versammlungsstättenverordnung, die Unfallverhütungsvorschriften und viele mehr eingehalten werden, was sich deutlich vom privaten bzw. unternehmerischen Bereich unterscheide.

Die Alternativplanung, so Herr Tröster, unterscheide sich hinsichtlich der 2-Feld-Halle und der Nebenräume nicht. Nachdem die Nebenräume direkt bei den Nebenräumen der Schlierbachhalle abgebildet sind, können sich Synergien sehr gut entfalten. Nachdem die neue Sporthalle auf den Keller der Brühlschule gegründet werden muss, entstehen hier Mehraufwendungen. Ebenso ist mit einem Anschluss der Alternativplanung hinsichtlich der Dachflächen an die Schlierbachhalle mit Mehrkosten zu rechnen. Eine Kostenentlastung zeichne sich bei der Alternativplanung durch das Wegfallen der Galerie ab.


Der Rektor der Brühlschule, Herr Matthias Schimmel, ging in seinem Statement aus Sicht der Schule auf den zukünftigen Raumbedarf der Brühlschule ein. Er zeigte auf, dass die Brühlschule künftig stabil eine Zweizügigkeit aufweisen wird und daher die Brühlschule ohne den derzeitig bestehenden Bauabschnitt gut aufgestellt ist.

Die aktuellen Planungen zur Umfunktionierung des Schulgebäudes von Herrn Architekt Ralph Schüll konzentrieren die schulischen Nutzungen außerhalb des Bauabschnittes 1 und tragen zu einem guten schulischen Ablauf bei.

Hinsichtlich des ersten Bauabschnittes verwies er auf die Geruchsbelästigungen im Bereich der Toiletten und der darüberliegenden Räumlichkeiten sowie auf den mangelhaften energetischen Zustand des Bauabschnittes.

Der Bau einer neuen 2-Feld-Sporthalle würde aus Sicht der Brühlschule den Schulsport sicherlich bereichern.

Die Brühlschule sei mit beiden Planungen gut für die Zukunft aufgestellt.
 

Bürgermeisterin Heidrich ging in ihrer Rede noch auf das Thema Finanzierung ein. Sie stellte dar, dass die Gemeinde Neuler über eine sehr gute Infrastruktur verfüge und in den vergangenen Jahren viel investiert wurde in infrastrukturelle Maßnahmen wie z. B. das Kanalsystem, das Rathaus, usw.

Die größten Zukunftsthemen seien die Schaffung von Sportflächen und guten Sporttrainingsbedingungen wie auch die Sanierung der Schlierbachhalle für kulturelle Nutzungen.

In einem Rückblick bis zum Jahr 2011 könne man ersehen, dass die Netto-Investitionsrate bei jährlich 750.000 € liegt und dieser Betrag jährlich von der Gemeinde Neuler für Investitionen erwirtschaftet wird.

Diese Netto-Investitionsrate steht neben Rücklagen zur Finanzierung zur Verfügung. Die Finanzierung des Sporthallenprojektes kann gewährleistet werden, allerdings kann nicht parallel ein ähnliches Bauprojekt mit der Schlierbachhalle von Kosten über 3 Mio. € in Angriff genommen werden. Auch sollte bei der Durchführung von Investitionsmaßnahmen Zurückhaltung geübt werden, um das Sporthallenprojekt positiv zu beeinflussen. Grundsätzlich gelte für die Schaffung von gemeindlicher Infrastruktur, dass Folgekosten daraus entstehen. Ebenso ist davon auszugehen, dass sich die Verschuldung knapp verdoppeln wird und die Tilgungsleistungen sich auf die Ertragskraft auswirken.

Bürgermeisterin Heidrich zeigte sich dennoch zuversichtlich hinsichtlich der Sporthalleninvestition. Neuler habe in der Vergangenheit immer wieder unmögliches erfolgreich gemeistert und dabei immer Augenmaß behalten. Diese Investition wird zu einem Mehrwert aller Bürgerinnen und Bürger führen und auch für die Kinder und die Jugend eine gut angelegte Investition sein.

 

In der folgenden Fragerunde war vor allem das Thema der nicht vorhandenen Galerie in der alternativen Variante angesprochen wordn. Hier gab es sowohl Befürworter wie auch Gegner. Daneben kamen Fragen zu behindertengerechten Zugängen wie auch weiteren Parkmöglichkeiten. Auch die Frage der künftigen Nutzung der Brühlschule für die Abdeckung eines Kindergartenbedarfes und der Unterbringung evtl. weiterer Schulklassen beschäftigte die Zuhörer. Einige Zuhörer machten sich auch Sorgen um den Zustand der Schlierbachhalle, die in einem schlechten Zustand sei. Man könne die Sanierung dieser Halle nicht lange hinausschieben.

 

Bürgermeisterin Heidrich nahm die unterschiedlichen Meinungsbekundungen zur Galerie auf und wies daraufhin, dass hierzu jeder seine eigene Meinung .

Die Alternativplanung sei ohne die Verwirklichung einer Galerie kostengleich mit der bisherigen Planung. Eine Galerie könne jedoch auch bei der Alternativplanung verwirklicht werden. Hierfür würden Mehrkosten in Kauf genommen werden müssen. Der Gemeinderat müsse hierüber entscheiden.

Hinsichtlich der Sanierung der Schlierbachhalle könne die Bürgermeisterin allerdings keine konkrete Auskunft geben. Dies hänge  zusammen mit der allgemeinden Ertragskraft des Haushaltes - diese sei widerrum wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geschuldet. Im Jahr 2017 wurde eine Dachsanierung zur Beseitigung bestehender Mängel vorgenommen. Die Notwendigkeit einer Sanierung der Schlierbachhalle stehe jedoch außer Frage. 

Hinsichtlich der Frage zur Ausführung der Alternativplanung wie auch den Parkplätzen schilderte die Bürgermeisterin, dass hierfür noch eine intensivere Planung notwendig sei und dies erst im Entwurfsplanungsstadium erwartet werden kann. Sie würde die Anregungen jedoch aufnehmen.

Hinsichtlich weiterer möglicher Nutzungsanforderungen für Kindergartenräume und Schulräume im Bauabschnitt 1 der Brühlschule antwortete die Bürgermeisterin, dass bereits in den Schulplanungen ein möglicher Standort für eine Kindergartengruppe im Eingangsbereich Friedhofstraße vorgesehen sei. Mit einer Dreizügigkeit der Schule wird langfristig nicht gerechnet.

 

In einer folgenden Informations- und Diskussionsrunde an einzelnen Infotischen herrschte rege Beteiligung durch die Bürgerinnen und Bürger. Ebenso wurden Feedback-Bögen ausgefüllt, deren Auswertung die Verwaltung noch vorzunehmen hat.

 

In einer Zusammenfassung der Ergebnisse stellte Bürgermeisterin Heidrich fest, dass das Thema Galerie wie auch die Alternativplanung mit der Drehung der 2-Feld-Halle an die Schlierbachhalle und einem Teilabbruch der Brühlschule intensiv diskutiert worden ist.

Sie dankte den Teilnehmern für die rege Mitarbeit, das Interesse und das Kommen, den Rednern für ihre wertvollen Beiträge, dem Förderverein Sport- und Schlierbachhalle für die Bewirtung der Veranstaltung, den Gemeinderäten für die Moderation an den Tischen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde für die Vorbereitung der Veranstaltung.  

  

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Weitere Informationen

Hier finden Sie weitere Informationen zur aktuellen Situation, zu der bestehenden Planung sowie zur alternativen Planung.
 

Der Gemeinderat wird in einer weiteren Sitzung am 06.06.2018 um voraussichtlich 19:30 Uhr im Rathaussaal über eine Beauftragung einer Alternativ-Entwurfsplanung entscheiden.
Die Bürgerinnen und Bürger sind hierzu herzlich eingeladen.

 

 

 

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